Kurz gesagt

Bei Hitze sollten Sie den Rasen selten, aber gründlich gießen: ein- bis zweimal pro Woche etwa 20 bis 25 Liter je Quadratmeter, damit der Boden bis in die Wurzelzone durchfeuchtet. Am besten früh morgens, dann verdunstet am wenigsten. Auf sandigen Böden sind kleinere Mengen in kürzeren Abständen nötig, und ein brauner Rasen ist meist nicht tot, sondern in Trockenruhe.

Selten und gründlich statt täglich ein bisschen

Der häufigste Fehler beim Gießen ist, jeden Abend kurz den Schlauch über den Rasen zu halten. Dabei wird nur die oberste Bodenschicht nass. Die Wurzeln wachsen dorthin, wo Wasser ist, und bleiben flach. Ein Rasen mit flachen Wurzeln leidet bei der nächsten Hitzewelle umso schneller.

Besser ist es, selten und gründlich zu gießen. Die Deutsche Rasengesellschaft rechnet für einen Hausrasen auf Lehmboden mit einer Durchwurzelungstiefe von etwa zehn Zentimetern. Um diese Schicht vollständig zu durchfeuchten, sind rund 25 Liter je Quadratmeter nötig. Danach ist der Rasen je nach Temperatur für eine bis zwei Wochen versorgt, bei großer Hitze entsprechend kürzer.

Als Faustregel für Sommerhitze gilt deshalb: ein- bis zweimal pro Woche 20 bis 25 Liter je Quadratmeter. Die Wurzeln folgen dem Wasser in die Tiefe, und der Rasen übersteht Trockenphasen besser.

Die beste Uhrzeit

Gießen Sie in der Nacht oder in den frühen Morgenstunden. Dann ist die Verdunstung am geringsten, der Wind meist schwach, und das Wasser kommt dort an, wo es hin soll. Der Rasen trocknet im Laufe des Vormittags ab.

Abends zu gießen ist die zweitbeste Lösung. Das Wasser verdunstet zwar weniger als mittags, aber die Halme bleiben die ganze Nacht nass. Das fördert Pilzkrankheiten, besonders in dichten, schattigen Rasenflächen.

Mittags zu gießen ist wenig effizient, weil ein großer Teil verdunstet, bevor er den Boden erreicht. Die verbreitete Sorge, Wassertropfen würden in der Sonne wie Brenngläser wirken, ist bei Rasen dagegen unbegründet.

Eine Zeitschaltuhr am Wasserhahn nimmt Ihnen das frühe Aufstehen ab. Achten Sie darauf, dass sie die Beregnung nicht bei Regen auslöst, oder koppeln Sie sie an einen Regensensor.

Wie viel ist genug? So messen Sie es

Die wenigsten wissen, wie viel Wasser ihr Regner in einer Stunde ausbringt. Das lässt sich einfach herausfinden:

  • Stellen Sie drei bis vier gerade Gefäße, etwa leere Konservendosen, verteilt auf die Fläche.
  • Lassen Sie den Regner eine halbe Stunde laufen.
  • Messen Sie die Wasserhöhe in den Gefäßen. Ein Millimeter entspricht einem Liter je Quadratmeter.

Wenn nach einer halben Stunde fünf Millimeter in den Dosen stehen, brauchen Sie für 25 Liter etwa zweieinhalb Stunden. Die Deutsche Rasengesellschaft rechnet mit drei bis vier Stunden Beregnung für die volle Menge. Unterschiedliche Füllstände zeigen außerdem, wo Ihr Regner zu viel oder zu wenig abgibt.

Zur Kontrolle können Sie am nächsten Tag mit dem Spaten ein kleines Stück aufstechen. Der Boden sollte bis in zehn Zentimeter Tiefe feucht sein. Läuft das Wasser auf festem Boden oberflächlich ab, verteilen Sie die Menge auf zwei Durchgänge mit einer Stunde Pause.

Rechnen Sie den Regen mit. Ein Regenmesser im Garten zeigt, wie viel tatsächlich gefallen ist. Ein kurzer Schauer von drei oder vier Litern ersetzt keine Beregnung, ein kräftiger Landregen von 20 Litern dagegen schon.

Sandiger oder lehmiger Boden

Der Boden entscheidet, wie das Wasser gehalten wird. Ein lehmiger Boden speichert viel Wasser und gibt es langsam ab. Hier ist das Grundmuster mit ein bis zwei gründlichen Gaben pro Woche richtig. Auf sehr schweren Böden kann das Wasser aber schlecht einsickern, dann lohnt sich das Aufteilen in zwei Durchgänge.

Ein sandiger Boden lässt Wasser schnell versickern. Nach der Deutschen Rasengesellschaft speichert eine sandige Rasentragschicht in den oberen zehn Zentimetern nur etwa 12 Liter je Quadratmeter. Bei einem Verbrauch von rund 4 Litern am Tag reicht das für etwa drei Tage. Viel auf einmal läuft an den Wurzeln vorbei in die Tiefe. Als Faustregel sind hier kleinere Mengen in kürzeren Abständen sinnvoller, etwa 10 bis 15 Liter je Quadratmeter alle drei bis vier Tage. Auf solchen Böden, etwa im Raum Gifhorn, lohnt es sich auch, bei einer Neuanlage die Humusschicht zu verbessern.

Wenn Sie nicht wissen, welcher Boden unter Ihrem Rasen liegt: Nehmen Sie eine Handvoll feuchte Erde und rollen Sie sie zwischen den Händen. Lässt sie sich zu einer Wurst formen, ist sie lehmig. Zerfällt sie, ist sie sandig.

Mähen und Düngen im Hochsommer

Mit dem Rasenmäher können Sie viel Wasser sparen. Die Deutsche Rasengesellschaft empfiehlt, die Schnitthöhe im Sommer um ein bis zwei Zentimeter anzuheben. Längere Halme beschatten den Boden, und die Verdunstung sinkt. Mähen Sie nicht in der größten Mittagshitze und nicht tiefer als sonst, auch wenn der Rasen ungleichmäßig wächst.

Mulchmähen hilft zusätzlich, weil die feinen Schnittreste den Boden abdecken. Viele Mähroboter arbeiten auf diese Weise. Was dabei im Garten zu beachten ist, steht im Artikel Mähroboter im Garten.

Düngen Sie während Hitze und Trockenheit nicht. Die Nährstoffe können nicht aufgenommen werden, und das Risiko für Verbrennungen steigt. Die Sommergabe gehört vor oder nach die Hitzeperiode, bei feuchtem Boden. Wann welche Gabe sinnvoll ist, steht im Artikel Rasen düngen.

Regner, Schlauch und Wasserquelle

Die Technik entscheidet mit, ob das Wasser gleichmäßig ankommt. Viereckregner passen zu rechteckigen Flächen, Kreis- und Impulsregner zu großen, runden Flächen. Bei beiden gilt: Die Wurfbilder benachbarter Positionen sollten sich überlappen, sonst bleiben trockene Streifen am Rand.

Ein Schlauch, der in der Sonne liegt, heizt das Wasser in den ersten Minuten stark auf. Das schadet dem Rasen bei kurzer Beregnung nicht, ist aber ein Grund mehr, früh morgens zu gießen.

Achten Sie auf den Wasserdruck. Laufen mehrere Regner gleichzeitig an einem Hahn, sinkt die Wurfweite, und die Fläche wird ungleichmäßig versorgt. Besser ist es, Zonen nacheinander zu beregnen.

Bei langer Trockenheit schränken Landkreise teils die Entnahme von Wasser aus Bächen, Gräben und Teichen ein. Achten Sie in solchen Sommern auf Bekanntmachungen Ihrer Gemeinde oder Ihres Landkreises. Für einen eigenen Gartenbrunnen gelten eigene Regeln, fragen Sie vor dem Bohren bei der unteren Wasserbehörde nach.

Brauner Rasen: Trockenruhe oder Schaden?

Wenn Sie nicht gießen, wird der Rasen nach einigen Hitzetagen erst graublau, dann strohgelb. Fußspuren bleiben sichtbar, weil sich die Halme nicht mehr aufrichten. Die meisten Rasengräser gehen dann in eine Trockenruhe. Die Blätter sterben ab, die Wurzeln und Triebknospen überleben.

Ein gut eingewachsener Rasen treibt nach den ersten ausgiebigen Regenfällen meist wieder aus. Nach einer langen Dürre können Lücken bleiben. Die säen Sie im Spätsommer nach.

Gefährdet sind vor allem junge Flächen, die im gleichen Jahr gesät oder verlegt wurden, und Rasen auf sehr sandigem oder flachgründigem Boden. Die müssen Sie auch im Hochsommer durchgehend versorgen.

Wer dauerhaft weniger gießen will, kann bei einer Neuanlage eine Mischung für Trockenlagen wählen oder Teile des Rasens durch Blumenwiese oder Staudenbeete ersetzen. Wie wir Rasenflächen anlegen, steht auf der Seite Zaunbau und Rasenbau. Wenn Sie eine ausgedünnte Fläche erneuern oder neu anlegen lassen wollen, schicken Sie uns eine Anfrage mit der Größe der Fläche und ein paar Fotos.

Häufige Fragen

01Darf ich mit Regenwasser aus der Zisterne gießen?

Ja, Regenwasser ist für den Rasen gut geeignet. Eine Zisterne reicht im Hochsommer aber selten für eine ganze Rasenfläche, weil schon eine Gabe bei 100 Quadratmetern 2.500 Liter braucht. Sie ist eher eine Ergänzung für Beete und Kübel.

02Wie gieße ich frisch verlegten Rollrasen bei Hitze?

Frischer Rollrasen hat noch keine Wurzeln im Boden und muss bei Hitze täglich, teils zweimal täglich, gewässert werden. Heben Sie eine Ecke an: Der Boden darunter muss feucht sein. Diese Phase dauert etwa zwei bis drei Wochen, dann gilt das Grundmuster.

03Lohnt sich eine versenkbare Beregnungsanlage?

Bei größeren Flächen kann sie sich lohnen, weil sie gleichmäßig und automatisch zur richtigen Uhrzeit beregnet. Die Leitungen liegen im Boden, deshalb plant man sie am besten vor einer Neuanlage oder Sanierung des Rasens ein. Vor dem Winter muss die Anlage entleert werden.

Quellen und Rechtsgrundlagen

Die Hinweise zu Recht und Vorschriften sind allgemeine Informationen und ersetzen keine Rechtsberatung im Einzelfall.

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