Eine Trockenmauer steht auf einem Schotterfundament, wird mit leichter Neigung zum Hang und versetzten Fugen aufgeschichtet und mit Schotter oder Magersubstrat hinterfüllt, nicht mit Erde. Die Fugenpflanzen setzt man schon beim Aufbau ein. Bis etwa 50 bis 70 cm Höhe ist das gut selbst machbar, höhere Mauern brauchen Planung.
Standort und Höhe: sonnig und nicht zu hoch
Eine Trockenmauer ist mehr als eine Einfassung. In ihren Fugen und Hohlräumen leben Wildbienen, Käfer, Spinnen und, an warmen Stellen, Eidechsen. Am wertvollsten ist eine Mauer in voller Sonne, nach Süden oder Südwesten ausgerichtet. Eine Mauer im Schatten ist kühler und feuchter. Dort wachsen Farne und Moose, und Amphibien finden Verstecke.
Der Naturschutzbund empfiehlt, Trockenmauern nur bis etwa 50 bis 70 cm Höhe selbst zu bauen. Darüber wird die Standsicherheit zur Rechenaufgabe. Soll die Mauer einen höheren Hang halten, lesen Sie zuerst den Beitrag Hang im Garten abfangen. Wie sich Trockenmauer, gemörtelte Mauer und Gabione grundsätzlich unterscheiden, steht auf der Seite Naturstein- und Mauerbau.
Welche Steine und wie viel davon
Geeignet sind frostbeständige, eher flache und lagerhafte Steine. Sie liegen stabil und lassen sich gut verbinden. Runde Feldsteine sind schwerer zu setzen, weil sie wenig Auflage haben. Regionale Steine passen optisch am besten in die Umgebung und haben kurze Transportwege. Auch Recyclingmaterial wie alte Ziegel, Dachpfannen oder gebrochene Betonplatten ist möglich.
Bestellen Sie mit Reserve und kippen Sie die Lieferung so ab, dass Sie die Steine sortieren können. Legen Sie sich drei Haufen an: - große, schwere Steine für die unterste Lage - lange Steine als Bindersteine - schöne, breite Steine für Ecken und Mauerkrone
Kleine Bruchstücke heben Sie auf. Sie dienen später als Keile. Planen Sie außerdem Tragschichtschotter für das Fundament ein. Der NABU nennt für ein 20 cm tiefes Fundament rund 0,12 m³ Schotter 0/32 je Meter Mauer.
Die Steinart beeinflusst auch die Pflanzen. Kalkstein und Muschelkalk passen zu kalkliebenden Arten wie vielen Polsterpflanzen der Trockenrasen. Sandstein und Granit reagieren eher neutral bis sauer. Wenn Sie bestimmte Pflanzen im Kopf haben, wählen Sie Stein und Substrat danach aus.
Fundament und erste Lage
Heben Sie einen Graben aus, etwa 20 cm tief und rund 20 cm breiter als der Mauerfuß. Füllen Sie ihn mit Schotter in der Körnung 0/32 und verdichten Sie lagenweise, mit Handstampfer oder Rüttelplatte. Das Planum darunter muss fest sein. Weicher Mutterboden wird vorher entfernt.
Die erste Lage ist die wichtigste. Setzen Sie die größten Steine, mit der breitesten Seite nach unten und leicht nach hinten gekippt. Der Fuß der Mauer liegt dabei ein Stück unter der späteren Geländeoberfläche, damit die Mauer nicht auf einer Kante steht.
Stützt die Mauer einen Hang, prüfen Sie vor dem Bau, ob dort Wasser austritt. Nasse Stellen bekommen hinter der Mauer eine Sickerschicht aus Schotter und am Fuß eine Möglichkeit, das Wasser abzuleiten. Eine Trockenmauer ist zwar durchlässig, aber ein dauerhaft nasser Hang drückt auch sie mit der Zeit nach vorn.
Aufschichten: Neigung, Verband und Bindersteine
Die Mauer wird nicht senkrecht, sondern mit Anlauf zum Hang gebaut. Der NABU nennt als Maß rund 5 cm Neigung bei einer 50 cm hohen, einreihigen Mauer. Schon die unterste Lage bekommt diese Neigung. Eine Schnur an zwei schräg gestellten Latten zeigt Ihnen beim Bauen, ob Sie die Linie halten.
Beim Schichten gelten ein paar Regeln: - Jeder Stein liegt auf zwei Steinen darunter. Durchgehende senkrechte Fugen und Kreuzfugen vermeiden. - Immer wieder lange Bindersteine quer einbauen, die tief in die Hinterfüllung reichen. Sie verbinden Mauer und Hang. - Wackelnde Steine von hinten mit Steinsplittern verkeilen, nicht von vorn. - Nach jeder Lage hinterfüllen und anstampfen, nicht erst am Ende.
Für die Hinterfüllung nehmen Sie Schotter oder ein mageres, sandig-steiniges Substrat, keine Gartenerde. Erde hält Wasser, quillt, friert und drückt die Mauer auseinander. Die Hohlräume im Schotter sind dagegen genau die Verstecke, die Tiere suchen.
Oben schließen schwere, breite Decksteine die Mauer ab. Sie halten die Lagen darunter zusammen und schützen vor eindringendem Wasser. Eine freistehende Mauer bauen Sie von beiden Seiten gleichzeitig, jeweils zur Mitte geneigt.
Bepflanzen: während des Baus, nicht danach
Fugenpflanzen setzt man beim Aufschichten. Dann lassen sich die Wurzelballen so in die Fuge legen, dass die Wurzeln bis in das Substrat dahinter reichen. Nachträglich in eine fertige Fuge gestopft, vertrocknen sie oft. Rechnen Sie mit ein bis zwei Pflanzen je Meter Mauer.
Für sonnige Mauern eignen sich unter anderem: - Mauerpfeffer (Sedum acre) - Früher Thymian (Thymus praecox) - Berg-Steinkraut (Alyssum montanum) - Felsennelke (Petrorhagia saxifraga) - Zypressen-Wolfsmilch (Euphorbia cyparissias)
Im Halbschatten und Schatten wachsen Streifenfarn und Kleine Braunelle. Das Zimbelkraut ist nicht heimisch, begrünt aber schattige Fugen zuverlässig. Auf die Mauerkrone passen Polsterpflanzen und niedrige Gräser.
Gießen Sie die Pflanzen im ersten Jahr bei Trockenheit. Danach kommen sie mit dem Wasser aus, das die Mauer speichert. Ideen, wie die Mauer mit Beeten und Gehölzen zu einem insektenfreundlichen Garten zusammenwächst, finden Sie im Beitrag naturnaher Garten.
Werkzeug, Kraft und Zeit realistisch planen
Eine Trockenmauer ist vor allem Handarbeit mit schweren Steinen. Unterschätzt wird meist das Gewicht. Ein Meter Mauer von 60 cm Höhe bringt schnell eine Tonne Stein und mehr auf die Waage, dazu der Schotter für Fundament und Hinterfüllung.
Diese Ausrüstung brauchen Sie: - feste Arbeitshandschuhe und Sicherheitsschuhe - Fäustel, Steinmeißel oder Spaltwerkzeug zum Nacharbeiten - Brechstange zum Rücken großer Steine - Handstampfer, bei längeren Mauern eine Rüttelplatte - Richtschnur, zwei schräg gesetzte Latten als Lehre und eine Wasserwaage - Schubkarre und eine Plane für das Substrat
Heben Sie große Steine nicht allein, sondern kanten oder rollen Sie sie über Bretter an ihren Platz. Rechnen Sie für die ersten Meter mit langsamem Fortschritt. Das Aussuchen des passenden Steins kostet mehr Zeit als das Setzen. Mit etwas Übung geht es deutlich schneller.
Freistehende Trockenmauern als Beeteinfassung oder Hochbeet werden zweihäuptig gebaut, also mit zwei Ansichtsseiten und einem Kern aus Schotter. Sie brauchen mehr Steine, weil beide Seiten sichtbar sind, und müssen besonders sorgfältig im Verband liegen.
Pflege und typische Fehler
Eine Trockenmauer braucht wenig Pflege. Einmal im Jahr prüfen Sie, ob Steine wackeln, und verkeilen sie neu. Keimende Gehölze wie Ahorn, Birke oder Brombeere ziehen Sie früh heraus. Ihre Wurzeln sprengen sonst die Fugen. Pflanzen, die die Mauer ganz überwuchern, schneiden Sie zurück, damit Sonne auf die Steine fällt.
Die häufigsten Baufehler: - Hinterfüllung aus Erde statt aus Schotter - keine oder zu wenig Neigung zum Hang - zu kleine Steine in der untersten Lage - durchgehende senkrechte Fugen ohne Bindersteine - Wasser vom Hang, das hinter der Mauer steht
Zeigt eine Mauer Bäuche oder kippt nach vorn, hilft kein Nachstopfen. Dann wird der betroffene Abschnitt abgebaut und neu gesetzt. Wenn Sie Hilfe bei Bau oder Sanierung möchten, schicken Sie uns eine Anfrage mit ein paar Fotos.
Häufige Fragen
01Braucht eine Trockenmauer im Garten eine Genehmigung?
Eine niedrige Trockenmauer im Garten in der Regel nicht. In Niedersachsen sind Stützmauern bis 1,50 m Höhe verfahrensfrei, Bebauungsplan und Nachbarrecht gelten aber trotzdem. Im Einzelfall fragen Sie beim Bauamt nach.
02Wann ist die beste Zeit, eine Trockenmauer zu bauen?
Frühjahr und Frühherbst. Dann ist der Boden nicht gefroren, und die Fugenpflanzen wachsen vor Sommerhitze oder Frost noch an. Im Hochsommer müssen Sie die Pflanzen intensiv gießen.
03Kann ich einzelne Steine mit Mörtel sichern?
Besser nicht. Mörtel macht die Mauer starr und verschließt Hohlräume. Wo punktuell Halt nötig ist, etwa an der Mauerkrone, sind schwerere Decksteine die bessere Lösung.
04Kommen Eidechsen von selbst in eine neue Trockenmauer?
Nur, wenn es in der Nähe schon welche gibt und der Garten Verbindungen bietet, etwa Säume, Steinhaufen oder offene Bodenstellen. Wildbienen und Käfer finden eine sonnige Mauer dagegen meist schon im ersten Jahr.
Quellen und Rechtsgrundlagen
- NABU gARTENreich: Anlegen einer Trockenmauer – Anleitung (Höhe 50–70 cm, Fundament, Neigung, Bindersteine, Hinterfüllung, Pflanzen) (öffnet in neuem Tab)
- NBauO, Anhang (zu § 60 Abs. 1): Verfahrensfreie Baumaßnahmen, Nr. 6.2 (NI-VORIS) (öffnet in neuem Tab)
Die Hinweise zu Recht und Vorschriften sind allgemeine Informationen und ersetzen keine Rechtsberatung im Einzelfall.
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