Kurz gesagt

Planen Sie die Terrasse von den Möbeln aus: Ein Esstisch für sechs Personen braucht mit Stühlen und Laufweg eine Fläche von etwa 3,5 mal 3,5 Metern, eine Loungeecke ähnlich viel. Die Lage richtet sich danach, wann Sie draußen sitzen, woher der Wind kommt und wer hineinschauen kann. Höhe am Haus, Gefälle, Leitungen und das Regenwasser legen Sie fest, bevor der erste Stein bestellt wird.

Die Größe ergibt sich aus den Möbeln

Der häufigste Planungsfehler ist eine zu knappe Terrasse. Auf dem Papier wirken drei mal drei Meter großzügig. Stehen erst Tisch, Stühle, Grill und ein Sonnenschirm darauf, kommt niemand mehr bequem vorbei.

Rechnen Sie deshalb vom Mobiliar aus. Hinter jeder Tischkante braucht ein Stuhl etwa 80 bis 100 Zentimeter, damit man aufstehen kann, ohne an der Kante der Fläche zu balancieren. Ein Tisch von 180 mal 90 Zentimetern für sechs Personen braucht so schon rund 3,5 mal 2,7 Meter. Dazu kommt ein Laufweg von etwa einem Meter, meist entlang der Hauswand zur Terrassentür.

Als grobe Orientierung:

  • Kleiner Tisch für zwei bis vier Personen: etwa 3 mal 3 Meter
  • Esstisch für sechs Personen mit Laufweg: etwa 3,5 mal 3,5 bis 4 Meter
  • Loungeecke mit Sofa und Beistelltisch: etwa 3 mal 3,5 Meter
  • Esstisch und Lounge zusammen: 25 bis 35 Quadratmeter

Zu groß kann eine Terrasse auch werden. Eine leere Steinfläche heizt sich im Sommer auf und wirkt unbewohnt. Wer viel Platz braucht, teilt ihn besser in einen Essplatz am Haus und einen zweiten, kleineren Sitzplatz im Garten.

Sonne, Schatten und Wind: die richtige Lage

Die Himmelsrichtung entscheidet, wann die Terrasse Sonne hat. Eine Südterrasse ist von Mittag bis Nachmittag voll besonnt und braucht im Sommer fast immer Schatten durch Markise, Schirm oder einen Baum. Nach Westen haben Sie die Abendsonne, die die meisten Berufstätigen nutzen. Ost ist die Frühstücksseite, Nord bleibt an heißen Tagen angenehm kühl.

Liegt die Hausseite mit der Terrassentür ungünstig, lohnt ein zweiter Sitzplatz an der Stelle im Garten, wo abends noch Sonne ist. Er braucht keinen direkten Zugang zum Haus, nur einen befestigten Weg.

Im Braunschweiger Land kommt der Wind überwiegend aus West bis Südwest. Eine offene Westterrasse am Feldrand ist deshalb oft zugig. Eine Hecke, eine Wand oder ein Sichtschutzelement an der Wetterseite macht mehr aus als man denkt. Welche Bauarten dem Wind standhalten, steht im Artikel zum Sichtschutz für die Terrasse. Prüfen Sie auch die Einsicht: aus den Obergeschossen der Nachbarn, von der Straße und vom Weg hinter dem Garten.

Anschluss ans Haus: Höhe, Schwelle, Abdichtung

Die Oberkante des Belags richtet sich nach der Terrassentür. Sie muss so weit unter der Schwelle liegen, dass Regenwasser nicht zur Tür läuft und die Abdichtung der Hauswand nicht überbaut wird. Wie viel Abstand nötig ist, legt die Abdichtung des Hauses fest. Bei nahezu bodengleichen Türen braucht es in der Regel eine Entwässerungsrinne direkt vor der Tür. Fragen Sie bei einem Neubau den Architekten nach der geplanten Höhe, bevor der Außenputz fertig ist.

Von der Tür aus bekommt die Fläche Gefälle vom Haus weg. Welche Werte dafür üblich sind und wie der Unterbau aussieht, beschreibt die Seite zum Terrassen- und Pflasterbau. Für die Planung heißt das: Die Terrasse ist am äußeren Rand ein paar Zentimeter tiefer als an der Tür. Daran muss der angrenzende Rasen oder das Beet anschließen, ohne dass eine Stolperkante entsteht.

Liegt der Garten deutlich tiefer oder höher als die Tür, wird die Terrasse erhöht gebaut oder abgetreppt. Dann gehören Stufen, eine Einfassung und bei einer Absturzkante ein Geländer in die Planung. Bei Stufen zählt ein gleichmäßiges, bequemes Steigungsmaß, das im Freien flacher ausfällt als im Haus.

Das Material früh festlegen

Material und Aufbau bestimmen die Aufbauhöhe und damit, wie tief ausgehoben wird. Eine Betonsteinplatte liegt anders als eine zwei Zentimeter dünne Keramikplatte, eine Holzterrasse braucht Luft unter den Dielen. Wer erst nach dem Aushub umentscheidet, zahlt oft doppelt.

Überlegen Sie auch, wie die Fläche genutzt wird. Unter dem Grill und am Esstisch fallen Fett und Rotwein. Rund um einen Pool zählt die Rutschhemmung. Unter einem großen Baum fällt Laub, das auf hellen Belägen Flecken hinterlässt. Die Unterschiede zwischen den Plattenarten erklärt der Vergleich von Terrassenplatten, die Frage Holz oder Verbundwerkstoff der Artikel Holz oder WPC.

Legen Sie Plattenformat und Fläche aufeinander ab. Eine Terrasse, die genau in ganzen Platten plus Fuge aufgeht, spart Schnitte und sieht ruhiger aus. Ein paar Zentimeter mehr oder weniger fallen im Garten nicht auf.

Vor dem Bau klären: Leitungen, Wasser, Überdachung

Alles, was später unter oder durch die Terrasse führt, muss vor dem Belag liegen. Nachträglich wird dafür aufgenommen und neu verlegt.

  • Strom für Beleuchtung, Außensteckdose, Markise oder Heizstrahler, in Leerrohren
  • Wasseranschluss für Gartenschlauch oder Außendusche, frostsicher entleerbar
  • Regenfallrohre an der Hauswand: wohin geht das Wasser?
  • Fundamente für Überdachung, Pergola oder Sichtschutzpfosten
  • Ablauf oder Rinne an Tür und Tiefpunkten
  • Zugang für Bagger und Material, falls es nur durch das Haus oder über den Nachbarn geht

Beim Regenwasser lohnt ein genauer Blick. Leiten Sie Dach und Terrasse in eine Mulde oder ein Beet statt in den Kanal, kann das die Abwassergebühr senken. Wie das geht, steht unter Regenwasser versickern.

Eine Überdachung ist in Niedersachsen je nach Größe verfahrensfrei oder genehmigungspflichtig, und auch verfahrensfreie Bauten müssen Abstände und den Bebauungsplan einhalten. Das ist allgemeine Information, im Einzelfall kann es anders aussehen. Ein Anruf beim Bauamt klärt das vor der Bestellung.

Typische Planungsfehler, die man später bereut

Manche Fehler fallen erst auf, wenn die Terrasse fertig ist und genutzt wird. Die meisten lassen sich mit etwas Vorlauf vermeiden.

  • Die Fläche endet genau an der Tischkante. Stühle stehen dann halb im Beet oder im Rasen.
  • Der einzige Weg in den Garten führt quer über den Essplatz.
  • Die Terrasse liegt auf der schattigen Hausseite, weil dort die Tür ist, und wird kaum genutzt.
  • Es gibt keinen Stromanschluss für Licht, und später liegen Kabel über den Platten.
  • Das Regenwasser läuft von der Terrasse direkt auf den Kellerschacht oder in das Beet an der Hauswand.
  • Randsteine stehen als Stolperkante über dem Rasen, der Mäher kommt nicht bis an die Kante.

Ein Blick auf die Übergänge zum Garten lohnt sich besonders. Eine Mähkante auf Höhe des Rasens spart jede Woche Nacharbeit mit der Schere, ein Beet als Puffer zwischen Terrasse und Rasen nimmt Spritzwasser und Laub auf.

Auf dem Grundstück ausprobieren

Bevor Sie sich festlegen, stecken Sie die Fläche mit Schnur und Pflöcken ab. Stellen Sie die vorhandenen Gartenmöbel hinein, am besten an mehreren Tagen zu verschiedenen Uhrzeiten. Dann sehen Sie, wo abends der Schatten des Nachbarhauses fällt, ob der Schirm Platz hat und ob der Weg zur Tür frei bleibt.

Achten Sie dabei auch auf die Übergänge: Wie kommt man mit dem Rasenmäher auf die Rasenfläche? Wo stehen Mülltonnen oder Fahrräder, die nicht über die Terrasse getragen werden sollen? Wo bleibt Platz für ein Beet, das die Fläche zum Garten hin einrahmt?

Erst wenn die Fläche im Alltag passt, wird aufgemessen. Wenn Sie die Planung lieber mit einem Betrieb durchgehen wollen, schicken Sie uns eine Anfrage mit ein paar Fotos und den ungefähren Maßen.

Häufige Fragen

01Braucht eine ebenerdige Terrasse eine Baugenehmigung?

Eine ebenerdige Terrasse ohne Dach ist in der Regel kein Fall für das Bauamt. Anders kann es bei erhöhten Terrassen mit Stützmauer, bei Überdachungen oder bei Festsetzungen im Bebauungsplan sein. Im Zweifel fragen Sie bei der Bauaufsicht Ihrer Stadt nach.

02Wie nah darf die Terrasse an die Grundstücksgrenze?

Für eine ebenerdige Fläche gibt es meist keine feste Grenze. Erhöhte Terrassen, Mauern, Überdachungen und hoher Sichtschutz können aber Abstandsregeln auslösen. Sprechen Sie früh mit dem Nachbarn und klären Sie die Regeln mit der Gemeinde.

03Kann man eine Terrasse später vergrößern?

Ja, wenn der Belag noch erhältlich ist und der Unterbau am Rand sauber anschließt. Farbtöne von Betonstein ändern sich zwischen Chargen und mit dem Alter, die Erweiterung fällt deshalb oft auf. Eine sichtbare Trennung durch eine Einfassung oder ein anderes Material wirkt meist besser als ein Versuch, genau anzugleichen.

04In welcher Jahreszeit baut man eine Terrasse?

Von Frühjahr bis Herbst, sobald der Boden frostfrei und abgetrocknet ist. Gebundene Bauweisen mit Mörtel brauchen Temperaturen über dem Frostpunkt, auch in den Nächten danach. Wer im Sommer draußen sitzen will, plant am besten im Winter und baut im Frühjahr.

Sie möchten das nicht selbst machen? Schicken Sie uns ein paar Fotos und eine kurze Beschreibung – wir melden uns mit einem Terminvorschlag.

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