Reinigen Sie jeden Belag so sanft wie möglich: erst fegen, dann Wasser, Schrubber und ein zum Material passender Reiniger. Den Hochdruckreiniger nur mit Flächenreiniger-Aufsatz oder flachem Strahl und Abstand einsetzen, nie mit Rotordüse auf Betonstein, Sandstein oder Holz. Nach jeder Nassreinigung die Fugen prüfen und nachfüllen.
Die Grundregel: so sanft wie möglich
Die meisten Schäden an Terrassen entstehen nicht durch Schmutz, sondern durch zu harte Reinigung. Eine Rotordüse trägt die obere Schicht von Betonstein ab, Säure löst Kalkstein an, und ein Hochdruckstrahl spült die Fugen leer. Was danach bleibt, ist eine rauere Oberfläche, die schneller wieder verschmutzt.
Gehen Sie deshalb stufenweise vor:
- Trocken fegen, Laub und Erde entfernen.
- Mit Wasser und einem harten Schrubber oder Besen nass reinigen.
- Wenn nötig einen milden Reiniger verwenden, der für das Material ausgewiesen ist.
- Erst dann, und nur wenn das Material es verträgt, mit Hochdruck arbeiten.
Testen Sie jedes Mittel und jede Düse zuerst an einer unauffälligen Stelle. Viele Veränderungen sieht man erst, wenn die Fläche wieder trocken ist.
Klären Sie vorher, was für ein Belag vor Ihnen liegt. Bei einem gekauften Haus ist das nicht immer offensichtlich: Eine vergütete Betonplatte sieht auf den ersten Blick aus wie Naturstein, ein Kalkstein wie ein heller Sandstein. Ein Blick in alte Rechnungen, Lieferscheine oder die Baubeschreibung verrät meist Hersteller und Produkt und damit die passenden Pflegehinweise. Findet sich nichts, behandeln Sie den Belag so, als sei er empfindlich: keine Säure, kein harter Strahl, erst eine Probestelle. Das kostet etwas mehr Zeit, schützt aber vor Schäden, die sich nicht mehr rückgängig machen lassen. Eine aufgeraute Oberfläche oder ein angelöster Kalkstein bleibt so, auch nach der nächsten Reinigung.
Betonstein, Feinsteinzeug, Naturstein: was welches Material verträgt
Betonstein hat eine Vorsatzschicht aus feinem Material und Farbpigmenten. Wird sie mit der Rotordüse abgetragen, liegt das gröbere Kernmaterial frei und die Farbe verändert sich dauerhaft. Vergütete oder versiegelte Oberflächen vertragen außerdem keine lösemittelhaltigen oder stark alkalischen Reiniger. Maßgeblich sind die Pflegehinweise des Herstellers.
Feinsteinzeug ist am unempfindlichsten. Wasser, Schrubber und ein neutraler oder alkalischer Grundreiniger reichen fast immer. Säure verträgt die Keramik, die Fugen aus Zementmörtel aber nicht.
Bei Naturstein hängt alles von der Gesteinsart ab. Granit, Basalt und Quarzit sind robust. Kalkstein, Marmor, Travertin und viele Sandsteine reagieren auf Säure, also auch auf Essigreiniger, Zitronensäure oder Zementschleierentferner. Sandstein ist weich und verträgt keinen harten Strahl. Weitere Unterschiede zwischen den Materialien stehen im Vergleich von Terrassenplatten.
Holz und WPC werden in Faserrichtung gereinigt, mit Bürste und wenig Druck. Ein Hochdruckstrahl reißt die weichen Holzfasern heraus, die Oberfläche wird pelzig und nimmt danach mehr Schmutz und Wasser auf.
Den Hochdruckreiniger richtig einsetzen
Ein Hochdruckreiniger ist nicht verboten, man muss ihn nur richtig einsetzen. Das Umweltbundesamt nennt Hochdruck- und Dampfreiniger ausdrücklich als Mittel gegen Grünbeläge auf Terrassen und Wegen.
- Einen Flächenreiniger-Aufsatz verwenden. Er hält einen gleichmäßigen Abstand und verteilt den Druck.
- Ohne Aufsatz nur mit Flachstrahldüse, Abstand von mindestens 20 bis 30 Zentimetern und flachem Winkel arbeiten.
- Die Rotordüse, auch Dreckfräser genannt, gehört nicht auf Betonstein, weichen Naturstein oder Holz.
- Nicht direkt in die Fugen zielen, sondern schräg über die Fläche.
- Mit geringem Druck anfangen und nur bei Bedarf erhöhen.
Nach der Reinigung ist fast immer Fugenmaterial verloren gegangen. Lassen Sie die Fläche abtrocknen und kehren Sie neues Material ein. Wie Sie dabei gleich Unkraut vorbeugen, steht unter Unkraut in Pflasterfugen.
Grünbelag, Flecken und weiße Schleier
Grünbelag aus Algen und Moos entsteht auf schattigen, feuchten Flächen. Er lässt sich mit Schrubber und Wasser oder dem Flächenreiniger lösen. Spezielle Grünbelagentferner dürfen nur nach Gebrauchsanweisung und nur für den angegebenen Zweck verwendet werden, nicht gegen Unkraut in den Fugen. Mittel zur Unkrautvernichtung gehören wegen § 12 Abs. 2 Pflanzenschutzgesetz nicht auf befestigte Flächen. Dauerhaft hilft nur, dass die Fläche schneller abtrocknet: Gefälle prüfen, überhängende Sträucher zurücknehmen, Laub entfernen.
Bei Flecken zählt die Zeit. Fett und Rotwein ziehen in offenporige Steine ein, je schneller Sie reinigen, desto besser. Für Fett gibt es Spezialreiniger, die das Fett aus den Poren lösen. Rostflecken von Möbeln oder Dünger und Gerbsäureflecken von Laub brauchen eigene Mittel, die zum Stein passen müssen.
Weiße Schleier auf neuem Betonstein sind meist Kalkausblühungen. Sie kommen aus dem Stein, schaden ihm nicht und verschwinden bei Regen und Nutzung in der Regel nach einigen Monaten. Säurehaltige Ausblühungsentferner wirken schneller, greifen aber je nach Oberfläche den Stein an. Warten ist oft die bessere Wahl.
Zeitpunkt, Wetter und Reihenfolge
Die beste Zeit für die Grundreinigung ist ein trockener Tag im Frühjahr, wenn kein Frost mehr zu erwarten ist. Wasser, das nach der Reinigung in Poren und Fugen steht, kann bei Nachtfrost Schäden verursachen. Im Herbst lohnt ein zweiter, kleinerer Durchgang, bevor das Laub fällt.
Reinigen Sie nicht in praller Mittagssonne. Reiniger trocknen dann zu schnell an und hinterlassen Flecken und Ränder. Ein bedeckter, milder Tag ist ideal.
Eine bewährte Reihenfolge:
- Möbel, Kübel und Grill abräumen, Pflanzen am Rand mit Wasser vornässen oder abdecken.
- Trocken kehren, Unkraut aus den Fugen kratzen.
- Fläche vornässen, Reiniger nach Anleitung auftragen, einwirken lassen, aber nicht antrocknen.
- Von oben nach unten und vom Haus weg arbeiten, damit das Schmutzwasser nicht über gereinigte Stellen läuft.
- Gründlich mit klarem Wasser nachspülen.
- Trocknen lassen, Fugen auffüllen, einkehren.
Stufen, Mauerkanten und Randsteine brauchen oft mehr Handarbeit als die Fläche. Dort sammelt sich Schmutz in Ecken, und der Flächenreiniger kommt nicht heran. Eine Handbürste und etwas Geduld schonen die Kanten mehr als ein harter Strahl.
Imprägnieren und wohin mit dem Schmutzwasser
Eine Imprägnierung macht offenporige Beläge wie Betonstein und Sandstein weniger saugfähig. Flecken lassen sich dann leichter entfernen, Algen setzen sich langsamer fest. Sie hält je nach Produkt und Belastung einige Jahre und muss dann erneuert werden. Aufgetragen wird nur auf eine gründlich gereinigte, vollständig trockene Fläche. Feinsteinzeug braucht keine Imprägnierung.
Achten Sie auf das Abwasser. Regenwassereinläufe auf dem Grundstück und an der Straße führen vielerorts in einen Regenwasserkanal und von dort ohne Kläranlage in einen Bach oder Teich. Schmutzwasser mit Reinigungsmitteln gehört dort nicht hinein. Wenn Sie nicht wissen, wohin Ihr Hofablauf führt, fragen Sie beim Entsorger nach.
Sind Fugen dauerhaft ausgewaschen, Platten lose oder Oberflächen beschädigt, hilft Reinigen allein nicht mehr. Dann werden die betroffenen Bereiche aufgenommen und neu verlegt. Wenn Sie das einschätzen lassen wollen, schicken Sie uns eine Anfrage mit ein paar Fotos. Wie Fläche und Unterbau grundsätzlich aufgebaut sind, beschreibt die Seite zum Terrassen- und Pflasterbau.
Häufige Fragen
01Wie oft sollte man eine Terrasse gründlich reinigen?
Eine gründliche Nassreinigung reicht meist einmal im Jahr, am besten im Frühjahr. Regelmäßiges Fegen und das schnelle Entfernen von Laub und Flecken sind wichtiger. Je seltener Sie mit Hochdruck arbeiten müssen, desto länger bleiben Oberfläche und Fugen intakt.
02Kann man Terrassenplatten mit Schmierseife reinigen?
Schmierseife löst leichten Schmutz, hinterlässt aber einen Film, an dem neuer Schmutz haftet, wenn sie nicht gründlich abgespült wird. Auf versiegelten Oberflächen kann sie Schlieren bilden. Ein zum Material passender Steinreiniger ist meist die bessere Wahl.
03Warum wird die Terrasse nach dem Reinigen schneller wieder grün?
Wenn die Oberfläche durch Hochdruck aufgeraut wurde, finden Algen und Schmutz mehr Halt. Dazu kommen leere Fugen, in denen Feuchtigkeit steht. Fugen nachfüllen und künftig schonender reinigen hilft.
04Darf ich meine Einfahrt mit dem Hochdruckreiniger zur Straße hin abspritzen?
Klares Wasser ist unproblematisch. Schmutzwasser mit Reinigern, Öl oder Rückständen sollte nicht in den Straßeneinlauf gelangen. Ob und wie das in Ihrer Gemeinde geregelt ist, erfahren Sie beim Abwasserentsorger.
Quellen und Rechtsgrundlagen
- Umweltbundesamt: Unkraut vergeht nicht? (Grünbeläge mit Hochdruck- oder Dampfreiniger entfernen) (öffnet in neuem Tab)
- Pflanzenschutzgesetz § 12 Abs. 2 (keine Pflanzenschutzmittel auf befestigten Flächen) (öffnet in neuem Tab)
Die Hinweise zu Recht und Vorschriften sind allgemeine Informationen und ersetzen keine Rechtsberatung im Einzelfall.
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