Kurz gesagt

Auf öffentlichen Gehwegen in Braunschweig dürfen Anlieger nur abstumpfende Mittel wie Splitt oder Sand streuen. Salz, Salz-Sand-Gemische und chemische Auftaustoffe sind dort verboten, Ausnahme sind Gehwegtreppen und -rampen. Salz schadet Pflanzen, Boden, Beton und Tierpfoten, Splitt muss nach dem Winter wieder aufgekehrt werden.

Was in Braunschweig auf dem Gehweg erlaubt ist

Die Straßenreinigungsverordnung der Stadt Braunschweig regelt in § 5 Abs. 2 das Streuen auf Gehwegen. Erlaubt sind nur abstumpfende Streustoffe wie Splitt oder Sand. Unzulässig sind grobe Stoffe wie Schotter, Salz, Salz-Sand-Gemische und chemische Auftaustoffe. Auf Gehwegtreppen und Gehwegrampen darf Salz im erforderlichen Umfang verwendet werden. In besonders gefährlichen Lagen kann die Stadt befristete Ausnahmen für das ganze Stadtgebiet oder einzelne Teile zulassen. Das wird dann öffentlich bekanntgegeben.

Dieselbe Vorschrift verlangt, dass das Streugut entfernt wird, sobald kein Winterwetter mehr zu erwarten ist, spätestens bis zum 21. März. Verstöße sind Ordnungswidrigkeiten.

In den Nachbarstädten gelten eigene Satzungen, die ähnlich aussehen können, aber nicht müssen. Wer räumen muss, zu welchen Zeiten und wer bei einem Sturz haftet, steht auf unserer Seite zum Winterdienst. Das hier ist allgemeine Information zur Rechtslage, im Einzelfall entscheidet die aktuelle Fassung der örtlichen Vorschrift.

Wie Salz wirkt und wo es an Grenzen stößt

Streusalz ist meist Natriumchlorid. Es senkt den Gefrierpunkt von Wasser, sodass Eis und Schnee zu Salzlauge tauen. Das wirkt gründlich, aber nicht sofort und nicht bei jeder Temperatur. Natriumchlorid taut nach Angaben des Umweltbundesamts bis etwa minus 10 Grad, bei strengerem Frost kaum noch. Außerdem verdünnt Schmelzwasser die Lauge. Friert es nachts wieder, liegt eine dünne, schwer sichtbare Eisschicht auf dem Weg.

Salz verschwindet nicht. Es läuft mit dem Schmelzwasser in Fugen, Beete, Rasen und Baumscheiben und reichert sich dort an.

Viel hilft dabei nicht viel. Mehr Salz als nötig taut nicht schneller, sondern landet nur in der Umgebung. Auch Auftaumittel mit Calcium- oder Magnesiumchlorid, die bei tieferen Temperaturen noch wirken, sind Salze. Für Boden und Pflanzen sind sie kein grundsätzlich besserer Ersatz.

Was Salz anrichtet: Pflanzen, Pflaster, Pfoten

Das Umweltbundesamt fasst die Schäden so zusammen: Bei Bäumen sterben Feinwurzeln ab, die Blätter bekommen braune Ränder, und das Laub fällt früher. Hohe Salzgehalte verschlämmen den Boden und schädigen Bodenlebewesen. Pflanzen werden schlechter mit Nährstoffen versorgt und anfälliger für Krankheiten. Die Schäden zeigen sich oft erst im Sommer, lange nach dem Streuen.

Beton und Betonpflaster leiden unter der Kombination aus Salz und Frost. Die Oberfläche platzt in dünnen Schichten ab, und in Stahlbeton kann Salz die Bewehrung angreifen. Bei Naturstein und Mörtelfugen dringt Salzlösung in Poren und Risse ein, beim Trocknen bleiben weiße Ausblühungen. Mehr dazu steht im Beitrag Frostschäden an Pflaster, Stufen und Mauern.

Hunde, die länger über gesalzene Wege laufen, bekommen rissige und entzündete Pfoten. Waschen Sie die Pfoten nach dem Spaziergang mit lauwarmem Wasser ab.

Splitt, Sand und Granulat im Vergleich

Abstumpfende Mittel tauen nichts. Sie machen das Eis griffig. Dafür wirken sie sofort und bei jeder Temperatur. Auf blankem Eis rutscht auch Splitt irgendwann weg oder wird von Autos und Fahrrädern zur Seite geschoben. Bei anhaltender Glätte streuen Sie deshalb im Lauf des Tages nach, an Gefällestrecken und vor Eingängen öfter als auf ebenen Flächen.

  • Splitt: gebrochenes, kantiges Gestein in feiner Körnung. Er greift am besten und lässt sich aufkehren und wiederverwenden. Runder Kies rollt dagegen unter dem Schuh weg.
  • Sand: günstig und fein, bleibt aber auf Eis schlechter liegen, wird bei Tauwetter matschig und wird ins Haus getragen.
  • Granulat aus Blähton, Lava oder Blähglas: leicht, gut zu dosieren, oft mit dem Umweltzeichen Blauer Engel. Das Umweltbundesamt rät, energieintensiv hergestellte Mittel wie Blähton sparsam zu verwenden.

Vorsicht bei Packungen, die nur „Streugranulat“ oder „Auftaumittel“ heißen. Manche enthalten Salze wie Calcium- oder Magnesiumchlorid oder andere Auftaustoffe. Auf öffentlichen Gehwegen in Braunschweig sind sie verboten. Salzfrei ist ein Produkt, wenn es ausdrücklich so gekennzeichnet ist. Das Umweltzeichen Blauer Engel hilft bei der Auswahl.

Auf dem eigenen Grundstück: was sich bewährt

Die Verordnung gilt für öffentliche Gehwege. Auf Zufahrt, Hof und Hauszugang entscheiden Sie selbst. Das Schmelzwasser läuft aber auch dort in Beete, Rasen und Hecken. Ein paar Punkte helfen: - Erst räumen, dann streuen. Festgetretener Schnee wird zu Eis, das kein Streumittel mehr zuverlässig entschärft. - Dünn streuen. Die Körner sollen einzeln nebeneinander liegen, nicht als Schicht. - Auf empfindlichen Belägen wie Holz, Feinsteinzeug oder geschliffenem Naturstein zerkratzt Splitt die Oberfläche. Dort lieber häufiger räumen und feines Granulat verwenden. - Eingangsstufen und kurze Rampen sind die Stellen, an denen Salz vertretbar sein kann. Sparsam, und nicht dort, wo das Wasser in ein Beet läuft. - Eine Schmutzfangmatte am Eingang hält Splitt aus dem Haus. - Stellen, an denen Wasser vom Dach tropft oder ein Fallrohr ausläuft, vereisen immer wieder. Dort früh und öfter kontrollieren, und im Sommer die Ursache beheben.

Schnee mit Salzresten gehört nicht auf Beete oder an Hecken. Schieben Sie ihn auf Flächen, auf denen nichts wächst.

Räumen, ohne den Belag zu beschädigen

Der beste Schutz vor Glätte ist frühes Räumen. Je weniger Schnee festgetreten wird, desto weniger Streugut brauchen Sie. Mit dem richtigen Werkzeug schonen Sie dabei auch Pflaster, Platten und Stufen.

Ein Schneeschieber mit Kunststoff- oder Gummikante gleitet über Fugen und Kanten, ohne sie zu beschädigen. Metallkanten räumen gründlicher, können aber an hochstehenden Steinen, an Plattenkanten und auf empfindlichen Oberflächen Kratzer und Abplatzungen verursachen. Bei Schneefräsen stellen Sie die Kufen so ein, dass das Schild knapp über dem Belag läuft.

Festgefrorenes Eis sollten Sie nicht mit Spaten, Hacke oder Eiskratzer abschlagen. Dabei brechen Kanten von Stufen und Platten aus. Streuen Sie abstumpfend und warten Sie auf milderes Wetter.

Schieben Sie Schnee nicht an Hauswände, Mauern oder auf Stufen. Beim Tauen läuft das Wasser genau dorthin und gefriert nachts wieder. Halten Sie Rinnen und Abläufe frei, damit Schmelzwasser abfließen kann. Für größere Hofflächen lohnt ein kleiner Streuwagen. Er verteilt Splitt gleichmäßiger und sparsamer als die Hand.

Nach dem Winter: Splitt muss weg

Splitt bleibt nicht einfach liegen. Er wird zu Staub zerfahren, landet in Fugen und Rinnen, verstopft Abläufe und stört im Frühjahr den Rasenmäher. In Braunschweig ist das Entfernen auf Gehwegen ohnehin vorgeschrieben, spätestens zum 21. März.

Kehren Sie Splitt zusammen, sobald kein Frost mehr zu erwarten ist. Das Umweltbundesamt empfiehlt, ihn aufzuheben und im nächsten Winter wiederzuverwenden. Lagern Sie ihn trocken, sonst friert er im Eimer zu einem Block. Splitt aus Rasenkanten und Beeten lässt sich mit einem harten Besen oder Rechen herausholen, bevor er eingearbeitet wird.

Winterdienst durch einen Betrieb kann als haushaltsnahe Dienstleistung steuerlich zählen. Wie Sie die Kosten steuerlich geltend machen, steht im Beitrag Gartenarbeiten von der Steuer absetzen. Wenn Sie Räumen und Streuen abgeben wollen, schicken Sie uns eine Anfrage mit den Flächen, um die es geht.

Häufige Fragen

01Darf ich Asche oder Kaffeesatz streuen?

Die Stadt Braunschweig nennt auf ihrer Seite zum Winterdienst neben Splitt und Sand auch Asche. Holzasche verschmiert aber bei Tauwetter und wird ins Haus getragen, Kaffeesatz wirkt kaum abstumpfend. Für Gehwege ist Splitt die zuverlässigere Wahl.

02Wie viel Streugut brauche ich für einen Winter?

Das hängt von Fläche und Winter ab. Legen Sie vor der Saison einen Vorrat an, weil Baumärkte bei Kälteeinbrüchen oft ausverkauft sind. Wiederverwendeter Splitt aus dem Vorjahr reduziert die Menge.

03Hilft warmes Wasser gegen Eis auf dem Weg?

Nein. Warmes Wasser taut das Eis kurz an, gefriert dann aber zu einer noch glatteren Schicht. Auf Stufen und Wegen macht es die Lage schlimmer.

04Welches Streugut ist für Hunde am verträglichsten?

Salzfreie Mittel wie Sand, feiner Splitt oder Granulat. Scharfkantige Körner können sich zwischen den Ballen festsetzen. Sehen Sie nach dem Spaziergang kurz nach und spülen Sie die Pfoten bei Bedarf ab.

Quellen und Rechtsgrundlagen

Die Hinweise zu Recht und Vorschriften sind allgemeine Informationen und ersetzen keine Rechtsberatung im Einzelfall.

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