Kurz gesagt

Einen Baum pflanzen Sie am besten im Herbst oder zeitig im Frühjahr in ein Pflanzloch, das deutlich breiter als der Wurzelballen, aber nicht tiefer ist. Der Wurzelhals bleibt auf Höhe der Bodenoberfläche, veredelte Obstbäume mit der Veredlungsstelle deutlich über dem Boden. Ein Pfahl oder Dreibock hält den Baum in den ersten Jahren, und in trockenen Phasen braucht er durchdringende Wassergaben statt täglicher kleiner Mengen.

Der richtige Standort: an die Endgröße denken

Die meisten Probleme mit Gartenbäumen entstehen nicht beim Pflanzen, sondern bei der Wahl des Standorts. Ein Baum, der beim Kauf zwei Meter hoch ist, erreicht je nach Art nach zwanzig Jahren acht, zwölf oder mehr Meter und eine entsprechend breite Krone. Planen Sie mit dieser Endgröße:

  • Abstand zum Haus: Die Krone sollte ausgewachsen nicht an Fassade und Dach reichen.
  • Abstand zu Leitungen: Wasser, Abwasser, Strom und Gas nicht in den späteren Wurzelbereich legen oder dort pflanzen.
  • Abstand zur Grenze: In Niedersachsen bestimmt der Abstand, wie hoch der Baum werden darf. Ein Baum bis 5 Meter braucht 1,25 Meter Abstand, bis 15 Meter sind 3 Meter nötig. Die ganze Tabelle steht im Artikel Grenzabstand für Hecken und Bäume.
  • Licht und Schatten: Wo wird der Baum im Sommer Schatten werfen, wo stört er im Winter?

Für kleine Gärten gibt es viele Arten und Sorten, die klein bleiben, etwa Felsenbirne, Zierapfel, Feldahorn-Sorten oder Obstbäume auf schwach wachsender Unterlage.

Wann pflanzen: Herbst ist meist besser

Die beste Pflanzzeit für Laubbäume ist der Herbst, etwa ab Mitte Oktober, solange der Boden nicht gefroren ist. Der Boden ist dann noch warm, die Wurzeln wachsen bis in den Winter hinein, und im Frühjahr kann der Baum sofort austreiben. Zeitig im Frühjahr, bis etwa Anfang April, geht es auch, dann muss aber im ersten Sommer mehr gegossen werden.

Wurzelnackte Bäume gibt es nur in der Ruhezeit von etwa Oktober bis März. Bäume mit Ballen oder im Container lassen sich länger pflanzen. Auch bei ihnen ist ein Sommertermin aber nur mit viel Wasser zu empfehlen.

Wer gerade gebaut hat, sollte den Boden vor dem Pflanzen prüfen. Verdichteter Unterboden, Bauschutt oder eine dünne Mutterbodenschicht auf festem Lehm führen dazu, dass sich Wasser im Pflanzloch staut. Was dann zu tun ist, steht im Artikel Garten nach dem Hausbau.

Pflanzloch und Pflanztiefe

So gehen Sie vor:

  • Pflanzloch mindestens doppelt so breit wie der Wurzelballen ausheben, bei festem Boden gern breiter. Tiefer als der Ballen muss es nicht sein.
  • Die Sohle und die Wände des Lochs mit der Grabegabel aufrauen, damit die Wurzeln in den umgebenden Boden wachsen und kein glatter Topf entsteht.
  • Den Ballen vorher gründlich wässern, am besten in einem Eimer, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen.
  • Den Baum so tief setzen, wie er in der Baumschule stand. Der Wurzelhals, also der Übergang von Stamm zu Wurzeln, liegt auf Höhe der Bodenoberfläche. Bei veredelten Obstbäumen muss die Veredlungsstelle, eine Verdickung unten am Stamm, deutlich über dem Boden bleiben, etwa eine Handbreit.
  • Ballentuch aus Jute am Stammfuß öffnen und zurückschlagen, Drahtkörbe oben aufschneiden. Kunststoffnetze ganz entfernen.
  • Mit dem ausgehobenen Boden auffüllen, schwere Böden mit etwas Kompost verbessern, aber keinen reinen Kompost oder Blumenerde einfüllen.

Zu tief gepflanzte Bäume sind ein häufiger Fehler. Der Stamm wird am Fuß dauerhaft feucht, die Rinde kann faulen, und der Baum kümmert über Jahre.

Pfahl oder Dreibock?

Ein junger Baum braucht eine Stütze, bis seine Wurzeln ihn allein halten. Für kleine Bäume und Obstbäume reicht ein einzelner Pfahl. Er wird vor dem Pflanzen in das Loch geschlagen, auf der Seite, aus der der Wind meist kommt, bei uns also in der Regel auf der Westseite. Der Stamm steht etwa eine Handbreit daneben. Der Pfahl reicht bis knapp unter die Krone, aber nicht hinein, sonst scheuern die Äste.

Größere Bäume ab etwa drei Metern oder mit schwerem Ballen bekommen einen Dreibock aus drei Pfählen, die oben mit Latten verbunden sind. So steht der Baum auch bei Sturm aus jeder Richtung sicher.

Angebunden wird mit Kokosstrick oder einem breiten, elastischen Baumband in Form einer Acht, damit der Stamm nicht direkt am Holz reibt. Prüfen Sie die Bindung jedes Frühjahr. Ein Band, das nicht mitwächst, schnürt den Stamm ein. Nach zwei bis drei Jahren, wenn der Baum fest steht, werden Pfähle und Bindung entfernt.

In Gärten mit Wühlmäusen lohnt ein Drahtkorb um den Ballen, gegen Wildverbiss am Feldrand eine Manschette um den Stamm.

Gießen: durchdringend statt täglich

Nach dem Pflanzen wird ein Gießrand aus Erde um die Pflanzscheibe gezogen, damit das Wasser nicht abläuft. Direkt nach dem Pflanzen gießen Sie kräftig, auch bei Regenwetter, damit sich die Erde um die Wurzeln schließt.

In den ersten zwei bis drei Jahren braucht ein Baum in Trockenphasen regelmäßig Wasser. Als Faustregel gilt: lieber einmal pro Woche eine große Menge als jeden Tag ein bisschen. Für einen jungen Hausbaum sind je nach Größe und Boden 50 bis 100 Liter pro Gabe üblich, langsam gegeben, damit das Wasser tief einsickert. Tägliche kleine Mengen feuchten nur die Oberfläche an, und die Wurzeln bleiben flach.

Eine Mulchschicht aus Rindenmulch oder Holzhäcksel auf der Pflanzscheibe hält den Boden feucht und Gras fern. Halten Sie den Mulch aber eine Handbreit vom Stamm entfernt. Rasen bis direkt an den Stamm ist ungünstig: Er konkurriert um Wasser, und Rasenmäher und Trimmer verletzen die Rinde am Stammfuß.

Ein Bewässerungssack um den Stamm ist bei Bäumen, die weit vom Wasserhahn stehen, eine praktische Hilfe. Er gibt sein Wasser über mehrere Stunden ab.

Die ersten Jahre nach dem Pflanzen

Im ersten Frühjahr bekommen viele Bäume einen Pflanzschnitt, bei Obstbäumen ist er fast immer nötig. Danach wird die Krone über einige Jahre erzogen. Wie das bei Obstbäumen funktioniert, steht im Artikel Obstbaum schneiden. Bei Zierbäumen reicht meist, Konkurrenztriebe zur Spitze und sich kreuzende Äste zu entfernen.

Düngen ist im ersten Jahr kaum nötig. Ein wenig Kompost auf der Pflanzscheibe im Frühjahr genügt. Wichtiger ist, dass Sie den Baum im Blick behalten: welke Blätter im Sommer deuten auf Wassermangel, ein schief stehender Baum nach Sturm auf eine lockere Bindung.

Größere Bäume mit Ballen wiegen schnell mehrere hundert Kilogramm und lassen sich ohne Maschine kaum setzen. Wenn Sie einen solchen Baum pflanzen lassen wollen, gehört das zur Baumpflege. Schicken Sie uns eine Anfrage mit dem gewünschten Standort, gern mit Foto, und der Baumart, falls Sie schon eine im Kopf haben.

Häufige Fragen

01Kann ich einen Baum im Sommer pflanzen?

Containerbäume lassen sich auch im Sommer pflanzen, brauchen dann aber sehr viel Wasser, oft mehrmals pro Woche. Sicherer ist es, den Termin in den Herbst zu legen.

02Wie lange muss der Pfahl stehen bleiben?

In der Regel zwei bis drei Jahre. Dann ist der Baum eingewurzelt und steht allein. Bleibt der Pfahl länger, entwickelt der Stamm weniger eigene Stabilität.

03Darf ich Dünger ins Pflanzloch geben?

Mineralischen Dünger direkt an die Wurzeln sollten Sie vermeiden, er kann die feinen Wurzeln schädigen. Etwas reifer Kompost im Aushub ist in Ordnung.

04Brauche ich für einen neuen Baum eine Genehmigung?

Für das Pflanzen normalerweise nicht. Beachten Sie aber den Grenzabstand und mögliche Vorgaben im Bebauungsplan, etwa zu bestimmten Baumarten in Neubaugebieten.

Quellen und Rechtsgrundlagen

Die Hinweise zu Recht und Vorschriften sind allgemeine Informationen und ersetzen keine Rechtsberatung im Einzelfall.

Sie möchten das nicht selbst machen? Schicken Sie uns ein paar Fotos und eine kurze Beschreibung – wir melden uns mit einem Terminvorschlag.

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