Kurz gesagt

Ein Garten wird von grob nach fein und von unten nach oben gebaut. Erst kommen Plan, Erdarbeiten, Leitungen und Entwässerung, dann Mauern, Wege und Terrasse, zuletzt Boden, Gehölze, Stauden und Rasen. So fährt keine Maschine mehr über fertige Beete, und nichts muss zweimal gemacht werden.

Erst aufnehmen, dann planen

Bevor der erste Spaten in den Boden geht, gehört der Bestand auf Papier. Wo steht die Sonne am Vormittag, wo am Abend? Welche Ecken liegen im Schatten des Hauses oder der Nachbarbäume? Wie ist der Boden: sandig, lehmig, nach dem Hausbau verdichtet? Welche Bäume und Sträucher bleiben stehen? Und wo liegen Leitungen, Kontrollschächte und die Grenzen?

Dann folgt die Nutzung. Schreiben Sie auf, was der Garten leisten soll: Sitzplatz, Spielfläche, Gemüse, Stellplatz für Fahrräder und Mülltonnen, möglichst wenig Arbeit. Ein einfacher Plan im Maßstab 1:100 auf Millimeterpapier reicht, um Flächen und Wege einzuzeichnen. Wichtig sind die Höhen: Wie hoch liegt die Terrassentür, wohin fällt das Gelände, wohin soll das Regenwasser?

Wer nicht alles auf einmal bauen will, plant trotzdem das Ganze. Die Abschnitte lassen sich dann nacheinander umsetzen, ohne dass der zweite Bauabschnitt den ersten wieder aufreißt.

Denken Sie auch an den Kalender. Erdarbeiten gehen am besten bei trockenem Wetter vom späten Frühjahr bis zum Herbst, weil nasser Boden unter Maschinen verschmiert. Gehölze werden im Herbst gepflanzt, Rasen im Spätsommer gesät. Wer im Frühjahr mit dem Bau beginnt, kann Wege und Terrasse im Sommer fertigstellen und im Herbst pflanzen. So greift ein Schritt in den nächsten, ohne dass Pflanzen in der Sommerhitze gesetzt werden müssen.

Schritt 1: Räumen, roden und Höhen festlegen

Am Anfang wird Platz geschaffen. Alte Beläge, Bauschutt, Wurzelstöcke und Pflanzen, die nicht bleiben sollen, kommen heraus. Hecken und Gebüsche dürfen nach § 39 Bundesnaturschutzgesetz zwischen 1. März und 30. September nicht beseitigt werden. Größere Rodungen gehören deshalb in den Winter. Für Bäume kann zusätzlich die Baumschutzsatzung Ihrer Stadt gelten.

Danach werden die Höhen festgelegt. Terrasse und Wege brauchen Gefälle vom Haus weg. Wo ein Hang abgefangen oder eine Senke aufgefüllt wird, fallen Erdmassen an. Im besten Fall gleichen sich Abtrag und Auftrag auf dem Grundstück aus, dann muss wenig abgefahren oder angeliefert werden.

Der Oberboden, also die dunkle, belebte oberste Schicht, wird vor dem Erdbau abgeschoben und getrennt gelagert. Er kommt am Ende wieder auf die Beete. Mit Unterboden vermischt oder unter Wegen vergraben ist er verloren.

Schritt 2: Alles, was unter die Erde kommt

Solange der Garten offen ist, werden die Leitungen verlegt. Später kostet jeder Graben durch Rasen oder Pflaster doppelt Arbeit. Denken Sie an alles, was in den nächsten Jahren kommen könnte:

  • Wasser für Außenhähne, Beregnung oder einen Anschluss am hinteren Beet
  • Strom für Beleuchtung, Pumpe, Gartenhaus oder einen Mähroboter
  • Leerrohre mit Zugdraht für spätere Kabel, auch wenn noch nichts geplant ist
  • Regenwasser: Fallrohre, Rinnen, Versickerung oder Zisterne
  • Drainage an Stellen, an denen Wasser steht

Fotografieren Sie jede Leitung mit Maßband, bevor sie zugeschüttet wird, und tragen Sie die Lage in Ihren Plan ein. Wer später ein Loch für einen Zaunpfosten oder einen Baum gräbt, ist froh darüber. Wie Regenwasser auf dem Grundstück bleiben kann, steht im Artikel Regenwasser versickern.

Schritt 3: Mauern, Treppen, Wege und Terrasse

Jetzt kommt alles Feste. Stützmauern und Treppen zuerst, weil sie die Höhen für die angrenzenden Flächen vorgeben. Dann Randsteine und Einfassungen, danach Wege, Terrasse und Stellplätze. Bei diesen Arbeiten fahren Bagger, Radlader und Rüttelplatte, es werden Schotter, Splitt und Paletten angeliefert. Deshalb passiert das, bevor ein einziges Beet angelegt ist.

Die Terrasse ist meist die größte befestigte Fläche. Lage, Größe und Anschluss ans Haus entscheiden, wie gut sie genutzt wird. Dazu mehr unter Terrasse planen. Wie Unterbau, Gefälle und Randeinfassung ausgeführt werden, beschreibt die Seite zum Terrassen- und Pflasterbau.

Auch Zaunfundamente, Pergola-Pfosten und die Fundamente für ein Gartenhaus gehören in diese Phase. Ein Grenzzaun kann sogar ganz am Anfang stehen, wenn er Kinder, Hund oder Baustelle absichern soll.

Schritt 4: Den Boden für Pflanzen vorbereiten

Erst wenn die Maschinen weg sind, wird der Boden für die Pflanzen hergerichtet. Überall, wo gefahren wurde, ist er verdichtet. Er wird tief gelockert, bei großen Flächen mit dem Bagger, bei kleinen mit Grabegabel oder Spaten. Wurzelunkräuter wie Quecke und Giersch kommen jetzt vollständig heraus. Später, zwischen Stauden, ist das kaum noch möglich.

Dann wird der gelagerte Oberboden wieder aufgetragen. Für Rasen reichen in der Regel 10 bis 15 Zentimeter, Beete und Gehölzflächen brauchen mehr. Schwerer Lehm wird mit Sand und Kompost durchlässiger, sehr sandiger Boden mit Kompost speicherfähiger. Wie das nach einem Neubau im Einzelnen geht, beschreibt der Artikel Garten nach dem Hausbau.

Schritt 5: Erst Bäume und Hecken, dann Stauden

Gepflanzt wird von groß nach klein. Bäume und größere Sträucher kommen zuerst, weil ihr Pflanzloch Platz braucht und oft noch ein kleiner Bagger hilft. Danach Hecken, dann Stauden, Gräser und Bodendecker. Die beste Zeit für Gehölze ist der Herbst oder das zeitige Frühjahr, solange der Boden nicht gefroren ist. Wie ein Baum richtig gesetzt wird, steht unter Baum pflanzen.

Stauden setzen Sie am besten im Frühjahr oder Frühherbst. Eine Mulchschicht hält danach Feuchtigkeit im Boden und bremst Unkraut. Welche Pflanzen zu Standort und Pflegeaufwand passen, klären wir bei der Gartengestaltung und -pflege am Ort, nicht nach Katalog.

Schritt 6: Der Rasen kommt zum Schluss

Rasen ist das Letzte, was angelegt wird. Jede Schubkarre, jede Leiter und jeder Pflanzkübel hinterlässt sonst Spuren in der frischen Fläche. Die Rasenfläche wird feinplaniert, leicht angewalzt und dann gesät oder mit Rollrasen belegt.

Der beste Zeitpunkt für die Aussaat ist der Spätsommer, der zweitbeste das Frühjahr. Rollrasen geht fast das ganze Jahr, außer bei Frost und großer Hitze. Wer den Garten im Juni fertig hat, kann den Rasen also auch bis August warten lassen und die Fläche so lange grob planiert liegen lassen. Mehr dazu unter Rasen anlegen: der richtige Zeitpunkt.

Soll später ein Mähroboter fahren, wird das Begrenzungskabel vor der Aussaat oder vor dem Verlegen des Rollrasens eingelegt, sofern das Modell eines braucht. Mähkanten aus Stein an den Beeten erleichtern ihm und Ihnen die Arbeit. Was dafür zu beachten ist, steht unter Mähroboter im Garten.

Typische Fehler bei der Reihenfolge

Die häufigsten Fehler entstehen, wenn der sichtbare Teil zuerst gebaut wird:

  • Der Rasen wird gleich nach dem Einzug gesät und dann für Terrasse und Zaun wieder zerfahren.
  • Leitungen und Leerrohre fehlen, und später wird durch fertiges Pflaster gestemmt.
  • Die Terrasse wird ohne Blick auf die Höhen gebaut und liegt zu hoch an der Tür oder leitet Wasser zum Haus.
  • Der Oberboden wird mit Unterboden vermischt oder abgefahren und muss teuer ersetzt werden.
  • Pflanzen werden gesetzt, bevor der verdichtete Boden gelockert ist, und kümmern jahrelang.

Wenn Sie den Garten in Abschnitten bauen, legen Sie zuerst das Grundgerüst an: Höhen, Leitungen, Wege und Terrasse. Beete und Rasen können ein Jahr später folgen. Wenn Sie die Reihenfolge für Ihr Grundstück durchsprechen wollen, schicken Sie uns eine Anfrage mit ein paar Fotos und einer groben Skizze.

Häufige Fragen

01Wie lange dauert es, einen Garten komplett neu anzulegen?

Das hängt von Größe, Erdarbeiten und Wetter ab. Ein Reihenhausgarten kann in wenigen Wochen fertig sein, ein großes Grundstück mit Mauern und Terrasse dauert deutlich länger. Dazu kommen Wartezeiten auf die richtige Pflanz- und Saatzeit.

02Kann ich einzelne Schritte selbst übernehmen?

Ja. Viele Bauherren übernehmen Pflanzung, Rasen oder das Räumen selbst und lassen Erdbau, Mauern und Pflaster machen. Halten Sie dann die Reihenfolge ein und klären Sie vorher, wer welche Höhen vorgibt.

03Brauche ich für die Gartenplanung einen Landschaftsarchitekten?

Für einen normalen Hausgarten meist nicht. Ein sauberer Plan mit Maßen, Höhen und Nutzung reicht als Grundlage. Bei großen Grundstücken, starkem Gefälle oder Stützmauern mit Statik kann eine Fachplanung sinnvoll sein.

04Was mache ich, wenn das Geld nicht für alles reicht?

Bauen Sie zuerst das Grundgerüst: Höhen, Leitungen, Wege und Terrasse. Beete lassen sich günstig mit Gründüngung überbrücken, bis gepflanzt wird. Nachträglich Leitungen zu verlegen oder Pflaster aufzunehmen ist dagegen aufwendig.

Quellen und Rechtsgrundlagen

Die Hinweise zu Recht und Vorschriften sind allgemeine Informationen und ersetzen keine Rechtsberatung im Einzelfall.

Sie möchten das nicht selbst machen? Schicken Sie uns ein paar Fotos und eine kurze Beschreibung – wir melden uns mit einem Terminvorschlag.

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