Kurz gesagt

Winterfest ist ein Garten, wenn Wasserleitungen entleert, frostempfindliche Pflanzen geschützt, Rasen und Flächen frei von Laub und Geräte eingewintert sind. Die Arbeiten fallen in Oktober und November, vor dem ersten Dauerfrost. Stauden, Laub unter Gehölzen und Reisighaufen dürfen dagegen bleiben.

Der richtige Zeitpunkt

In Norddeutschland sind erste Nachtfröste ab Oktober möglich, längere Frostperioden kommen meist erst ab Dezember. Das gibt Zeit, die Arbeiten zu verteilen. Wasserleitungen und Kübelpflanzen sind am dringendsten, weil schon eine einzelne kalte Nacht Schaden anrichten kann. Beete, Rasen und Flächen folgen, wenn das meiste Laub gefallen ist.

Dieser Beitrag behandelt nur die Vorbereitung auf den Winter. Was über das ganze Jahr in welchem Monat ansteht, finden Sie im Gartenjahr-Kalender.

Wasser: Leitungen, Tonnen und Pumpen

Gefrierendes Wasser sprengt Rohre, Hähne und Gefäße. Hier lohnt Gründlichkeit: - Außenwasserhahn innen absperren, dann außen öffnen und leerlaufen lassen. Den Hahn offen lassen, damit Restwasser Platz hat. - Schläuche entleeren, aufrollen und frostfrei lagern. Brausen und Spritzen ebenso. - Regentonnen leeren oder zumindest zur Hälfte, und das Fallrohr wieder auf den Kanal umstellen. - Tauchpumpen, Brunnenpumpen und Teichpumpen nach Herstellerangabe ausbauen oder entleeren. - Bewässerungsanlage abstellen, Leitungen entleeren oder mit Druckluft ausblasen, Steuerung und Filter nach innen holen.

Vergessene Wasserreste in Kupplungen und Ventilen sind die häufigste Ursache für gerissene Teile im Frühjahr.

Beete und Stauden: weniger aufräumen ist mehr

Abgeblühte Stauden müssen im Herbst nicht zurückgeschnitten werden. Hohle Stängel und Samenstände dienen Insekten als Winterquartier, Vögel fressen die Samen, und im Raureif sehen sie gut aus. Der NABU empfiehlt ausdrücklich, Stängel, Totholz und Laubhaufen stehen und liegen zu lassen. Geschnitten wird dann im späten Winter oder zeitigen Frühjahr, bevor der Neuaustrieb kommt.

Ausnahmen sind Stauden, die nach Frost matschig werden und faulen, sowie kranke Pflanzenteile. Die entfernen Sie.

Laub unter Gehölzen und in Beeten ist eine natürliche Mulchschicht. Es schützt den Boden und wird von Bodenlebewesen zersetzt. Ein Laubhaufen mit etwas Reisig in einer ruhigen Ecke bietet Igeln Unterschlupf.

Der Herbst ist auch die Zeit für Blumenzwiebeln. Tulpen, Narzissen, Krokusse und Wildformen wie Blausternchen kommen bis in den November in die Erde, solange sie nicht gefroren ist. Sie blühen im Frühjahr, wenn Insekten kaum anderes Futter finden.

Frostempfindliche Stauden und frisch gesetzte Pflanzen decken Sie mit Laub oder Nadelholzreisig ab. Rosen werden an der Veredelungsstelle mit Erde oder Kompost angehäufelt, etwa 15 bis 20 cm hoch.

Gehölze, Hecken und Kübelpflanzen

Immergrüne Gehölze wie Kirschlorbeer, Rhododendron oder Buchs verdunsten auch im Winter Wasser. Ist der Boden gefroren, können sie nicht nachziehen und vertrocknen, oft erkennbar an braunen Blättern im Februar. Gießen Sie Immergrüne vor dem Frost noch einmal durchdringend und an frostfreien Tagen im Winter, wenn es lange trocken bleibt.

Der Herbst ist Pflanzzeit für Gehölze und Hecken. Stärkere Rückschnitte an Hecken sind nach § 39 Bundesnaturschutzgesetz ab Oktober erlaubt. Was genau wann gilt, steht im Beitrag Wann darf man Hecken schneiden.

Kübelpflanzen, die nicht winterhart sind, kommen vor dem ersten Frost ins Haus oder in ein frostfreies Winterquartier. Winterharte Pflanzen im Kübel bleiben draußen, aber geschützt: Topf mit Jute oder Vlies umwickeln, auf Holz- oder Tonfüße stellen, damit Wasser abläuft, und an eine geschützte Hauswand rücken. Tontöpfe, die sich vollsaugen, können im Frost platzen. Gießen Sie Kübel im Winter sparsam, aber lassen Sie sie nicht ganz austrocknen.

Nach schwerem Nassschnee lohnt ein Gang durch den Garten. Schütteln Sie Schnee von Immergrünen, Säulenformen und Hecken, bevor Äste brechen oder die Form auseinanderfällt. Säulenwacholder und Säuleneiben lassen sich vorher locker mit einem Band zusammenhalten.

Rasen: letzter Schnitt und kein Laub

Mähen Sie so lange, wie der Rasen wächst, meist bis Ende Oktober oder in den November. Der letzte Schnitt darf etwas kürzer sein, etwa 4 bis 5 cm. Zu langes Gras kippt im Winter um und begünstigt Pilzkrankheiten.

Laub auf dem Rasen nimmt dem Gras Licht und hält Feuchtigkeit. Darunter entstehen gelbe, kahle Stellen. Rechen Sie das Laub regelmäßig ab und bringen Sie es in die Beete oder auf den Kompost.

Bei Frost oder Raureif betreten Sie den Rasen möglichst nicht. Die gefrorenen Halme brechen, und die Trittspuren bleiben bis ins Frühjahr sichtbar. Eine Herbstdüngung mit kaliumbetontem Dünger bringen Sie, wenn überhaupt, bis etwa Mitte Oktober aus.

Neu angelegte Pflanzungen im ersten Winter

Was im selben Jahr gepflanzt oder gesät wurde, braucht vor dem ersten Winter mehr Aufmerksamkeit als eingewachsene Pflanzen. Die Wurzeln reichen noch nicht tief, und der Ballen trocknet schneller aus.

Gießen Sie neue Hecken und Gehölze im Herbst durchdringend, auch wenn es kühl ist. Ein trockener Oktober ist für frisch gesetzte Pflanzen gefährlicher als der Frost. Eine Mulchschicht aus Laub oder Rindenhumus über der Pflanzscheibe hält den Boden feucht und dämpft Frost.

Bei jungen Bäumen prüfen Sie Pfahl und Anbindung. Die Bänder dürfen nicht einschneiden, und der Baum darf im Wind nicht an der Rinde scheuern. Obstbäume und junge Bäume mit glatter Rinde bekommen oft einen weißen Stammanstrich. Er reflektiert die Wintersonne und verringert Frostrisse, die entstehen, wenn die Südseite des Stamms tagsüber warm wird und nachts wieder gefriert.

Rasen, der im Spätsommer gesät oder als Rollrasen gelegt wurde, sollte im ersten Winter möglichst wenig betreten werden. Er mäht sich im Herbst genauso wie älterer Rasen, sobald er fest verwurzelt ist.

Terrasse, Wege und Mauern

Befestigte Flächen brauchen im Herbst wenig, aber das Richtige. Kehren Sie Laub von Terrasse und Wegen. Nasses Laub ist rutschig, hinterlässt auf hellen Platten Flecken und hält Feuchtigkeit in den Fugen. Befreien Sie Rinnen, Abläufe und Dachrinnen von Laub, damit Regen und Schmelzwasser ablaufen können.

Sehen Sie sich Fugen, Stufen und Mauerkronen an. Offene Fugen und lockere Decksteine lassen Wasser eindringen, das im Frost Schäden anrichtet. Wie das abläuft und was vorbeugt, steht im Beitrag Frostschäden an Pflaster, Stufen und Mauern.

Legen Sie Schneeschieber und Streugut bereit, bevor der erste Schnee fällt. Welches Streumittel Flächen und Pflanzen schont, lesen Sie unter Salz, Splitt oder Granulat.

Geräte und Möbel einwintern

Benzin-Rasenmäher lassen Sie leer laufen oder tanken sie nach Herstelleranleitung mit Gerätebenzin voll. Reinigen Sie das Mähwerk von Grasresten. Akkus lagern Sie frostfrei und etwa halb geladen. Scheren und Sägen werden gereinigt, geschärft und leicht geölt.

Gartenmöbel aus Holz kommen unter Dach oder unter eine atmungsaktive Abdeckung. Luftdichte Folien führen zu Schimmel. Polster gehören ins Trockene.

Beim Gartenhaus lohnt ein Blick auf Dach und Rinne. Laub in der Rinne staut Wasser, das über die Wand läuft oder im Frost die Rinne sprengt. Holz, das direkt auf Erde steht, sollte frei liegen, damit es nach Regen abtrocknen kann.

Wenn Sie die Herbstarbeiten nicht selbst übernehmen wollen, gehört das zur laufenden Gartenpflege. Schicken Sie uns eine Anfrage, wenn Sie einen Termin vor dem Winter möchten.

Häufige Fragen

01Muss ich den Gartenteich winterfest machen?

Ja, wenn Fische darin leben. Laub wird vorher abgefischt, ein Netz hält weiteres fern. Ein Eisfreihalter sorgt für Gasaustausch. Schlagen Sie Eis nie auf, die Druckwellen schaden den Fischen.

02Soll ich die Beete im Herbst umgraben?

Bei Staudenbeeten nicht. Nur schwere, verdichtete Gemüsebeete werden manchmal grob umgegraben, damit Frost die Schollen lockert. Besser für das Bodenleben ist eine Mulchschicht aus Laub oder Kompost.

03Wann kann ich im Frühjahr wieder alles aufdecken?

Wenn keine starken Fröste mehr zu erwarten sind, meist ab Mitte März. Nehmen Sie Abdeckungen schrittweise ab, damit sich die Pflanzen an Sonne und Wind gewöhnen. Stauden schneiden Sie zurück, bevor der Neuaustrieb zu hoch ist.

04Kann ich neue Pflanzen auch noch im November setzen?

Gehölze und Hecken ja, solange der Boden nicht gefroren ist. Wurzelnackte Ware gibt es ohnehin nur in dieser Zeit. Stauden setzen Sie besser bis Anfang Oktober, damit sie vor dem Frost einwurzeln.

Quellen und Rechtsgrundlagen

Die Hinweise zu Recht und Vorschriften sind allgemeine Informationen und ersetzen keine Rechtsberatung im Einzelfall.

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